Einbruchsopfer - Psychische Folgen werden unterschätzt!

Für viele Menschen bedeutet der Einbruch in die Privatsphäre einen großen Schock. Dass die Einbrecher das Haus betreten haben, im Schlafzimmer die Schränke und Schubladen durchwühlt und damit in den intimsten Bereich eingedrungen sind, bereitet vielen Einbruchsopfern nach der Tat große Probleme. Den Opfern macht zusätzlich das verloren gegangene Sicherheitsgefühl und der Verlust lieb gewonnener Erinnerungsstücke sehr viel zu schaffen.

Prof. Dr. Michael Kellner, Leiter der Spezialambulanz für Posttraumatische Belastungsstörungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, bestätigt die oft schwerwiegenden psychischen und psychosomatischen Beschwerden nach einem Einbruch: "Bei über der Hälfte der Betroffenen treten Schlafstörungen und Ängste auf. Aber auch Magen-Darm-Probleme, Konzentrationsstörungen oder eine stark gedrückte Stimmung kommen oft vor." Während bei manchen Opfern solche Beschwerden nur wenige Tage auftreten, kann es bei anderen Betroffenen durchaus zu einem chronischen Verlauf kommen, der bis zu Jahren andauern kann, so Kellner.