Ratgeber
Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen empfehlen ausschließlich Einbruchmeldeanlagen, die nach DIN EN 45011 zertifiziert sind. Dadurch werden die unterschiedlichen Anbieter nach einer DIN-Norm beurteilt, das erleichtert die Vergleichbarkeit. Solche Anlagen sind technisch sehr aufwendig und für die meisten Leute unerschwinglich und erfordern darüber hinaus einen sehr hohen Installations- und Wartungsaufwand. Da ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Immobilienbesitzer auf eine Alarmanlage verzichten. Wenn diese empfohlenen Lösungen so aufwendig und teuer sind, dass Sicherheits-Interessierte erst gar keine Alarmanlage kaufen, dann verfehlt diese Art der Empfehlung Ihren Sinn und Zweck, nämlich für mehr Sicherheit zu sorgen. Nichts ist unsicherer als das, was nicht gesichert ist.
Es gibt auf dem Markt eine Fülle von Alarmanlagen und Alarmanlagenanbietern. Die meisten dieser Anlagen benötigen eine Alarmzentrale, einen Blockschalter sowie viele Sensoren in Räumen oder an Fenstern und Türen (Infrarot-Bewegungsmelder, Tür-/Fenster-Magnetkontakte und Glasbruchmelder).
Eine VdS-zertifizierte-Alarmanlage mit einer 100% Außenhautsicherung kostet für ein mehrstöckiges Einfamilienhaus meist mehr als 10.000,- Euro. Dazu sind umfangreiche Handwerksarbeiten nötig, die je nach Anlage, auch mehrere Wochen lang andauern. Bei einer immer zu empfehlenden so genannten Außenhautsicherung (Anwesend- und Abwesenheitssicherung) müßte jeder Fensterflügel und jede Außentür mit je einem Magnetkontakt und einem Glasbruchmelder versehen werden. Schon bei der Sicherung nur einer Etage kommen dann dutzende dieser Melder zum Einsatz. Die Verbindung zu diesen Sensoren wird entweder über Kabel oder Funk hergestellt. Die durch das Kabel fließenden oder per Funk übertragenen Signale sind nahezu immer hochfrequente digital gepulste Signale, ähnlich wie sie Handys erzeugen. Unter dem Aspekt, dass sich heute schon viele Netzfreischalter, z. B. im Schlafzimmer, einbauen lassen, um vor Elektrosmog geschützt zu sein, schon 40.000 Handy-Sendemasten in Betrieb sind und noch weitere 60.000 wegen des UMTS-Systems aufgestellt werden sollen, muss sich jeder Kaufinteressent fragen, ob er sich weitere dutzende Sender, z. B. bei einer Funk-Alarmanlage, ins Haus holen will.
Da herkömmliche Lösungen, gerade auch VdS-zertifizierte, teuer und für die meisten unerschwinglich sind, weil zusätzlich oft noch Dauerkosten für vierteljährliche Wartungen und Wachdienstaufschaltung hinzukommen, weichen viele Anbieter auf eine kostengünstigere nicht VdS-zertifizierte Alarmanlage aus, lassen oft die teuren Fenster- und Türkontakte entfallen und setzen dafür alternativ einzelne Infrarot-Bewegungsmelder in den Raumecken ein, die nur bei Abwesenheit einen Sinn ergeben. Hiermit wird aus unserer Sicht dem Schutzsuchenden jedoch ein "Bärendienst" erwiesen, wenn es um die Überwachung wichtiger privater Räume geht.
Warum? Nun, wenn ein Bewegungsmelder einen Täter erfasst, dann ist dieser immer schon im Haus oder in der Wohnung, Tür oder Fenster steht sperrangelweit offen! Dieses Betretenkönnen (egal ob für 1 Minute oder 10 Minuten, egal ob mit 1 m Gehstrecke oder 20 m) führt bei den meisten Einbruchsopfern zu einer monate-, ja sogar jahrelangen Zerstörung der Geborgenheit des Heims. 70 % der Einbruchsopfer leiden danach lange unter großen psychischen und körperlichen Beschwerden, manchmal für immer.